Nun sind wir nach nicht mal einem Jahr Vorbereitungszeit am Ziel unserer Wünsche angekommen. Eigentlich kommt es einem eher wie in einem Film vor und man sieht sich selber zu. Es scheint noch nicht wirklich real, eher wie ein Tagtraum. Haben wir diesen Schritt wirklich gemacht? Haben wir im Ernst alles in Deutschland aufgegeben? War das jetzt richtig oder wird es der größte Fehler unseres Lebens (na gut, das haben wir bei anderen Gelegenheiten auch schon oft genug gedacht)?
Diese und ähnliche Gedanken kommen durchaus auf. Das ist sicherlich normal, darf aber die grundsätzliche Entscheidung zu diesem Schritt nicht in Frage stellen. Aber insbesondere um Weihnachten und den Jahreswechsel, wenn man mal etwas zur Ruhe kommt, fängt man doch an über manche Dinge nachzudenken. Deswegen ist Ruhe gar nicht gut für uns. Für uns ist „Unruhe“ in jeder Hinsicht (trotz Anspannung und Stress) immer besser, weil wir das ja auch gewohnt sind. Wir machen eben einfach drauf los und schauen dann mal was draus wird.
Bis hier hin hat unsere Auswanderung ja ganz gut funktioniert und wir konnten alles, entgegen der zahlreichen Post in den sozialen Netzwerken, relativ problemlos bewerkstelligen. Eigentlich ging vieles sogar leichter von der Hand als wir dachten. An manchen Tagen hatten wir wirklich das Gefühl es soll einfach so sein und es fühlt sich richtig an. Und irgendwie wurden wir bei bestimmten Angelegenheiten das Gefühl nicht los, dass uns Deutschland loswerden möchte. Die deutschen Institutionen haben uns at hoc (ob wir das nun wollten oder nicht) aus allen sozialen Sicherungssystemen entfernt. Dafür haben wir aber hier in Austin unsere Angelegenheiten mit etwas Geduld einigermaßen problemlos (und manchmal mit fragenden Gesichtern) erledigen können.
Leider bestand das Jahresende nicht nur aus schönen Erkenntnissen und freudigen Ereignissen. Unter anderem mussten wir aus der Ferne von Matthias seinem Vater (Opa Wolfgang) 5 Tage nach seiner Ankunft in Austin Abschied nehmen. Nur gut das Celina und Andrea im Sommer nochmal auf Kurzbesuch waren, denn das letzte Treffen lag auch schon einige Jahre zurück.
Nun gilt es sich auf das kommende Jahr zu konzentrieren und sich den Herausforderungen zu stellen. Da werden zunächst die Themen Driver Licence und Arbeit für Andrea die oberste Priorität bekommen. Dennoch duldet die Erkundung der neuen Heimat keine Vernachlässigung. Ein paar Tage Ruhe und erstmal wieder als Familie zusammenkommen, dann geht es mit voller Kraft in das Jahr 2020.



