Nach unseren Schnupperausflug in diesen fantastischen Nationalpark und unseren Fehlversuchen den Nachthimmel zu fotografieren, nutzten wir kurzer Hand das nächste lange Wochenende, um nochmals dem Big Bend einen Besuch abzustatten, diesmal mit neuen Reifen und Felgen und einem Handbuch für professionelle Fotographie.
Also Freitagnachmittag ab ins Auto und auf nach Terlingua, dem coolen „Ort“ – oder wie auch immer man das wilde Sammelsurium dubioser und kurioser Urlauber-Unterkünfte mit einer Tankstelle, dem Chilli Peppers Cafe und ein paar RV-Campingplätzen nennen mag – mitten im Wüsten-Niemandsland.
Diesmal wollten wir uns aber mal auf „sportliche“ Abenteuer begeben…
Kanu-Tour auf dem Rio Grande
Zur Unmut unseres Töchterleins ging es Samstag sehr früh zum Outdoor-Adventure Guide, um von dort noch eine halbe Stunde durch die Wüste und die Berge des benachbarten Big Bend Ranch State Parks – jaaaa, zum Kanu Paddeln zu fahren. Wieder ging es über unbefestigte „Straßen“ zum Grenzfluss zu Mexico. Jeder bekam sein Boot zugeteilt und dann ging es los, auf dem reißenden Strom… dem wilden Fluss… dem Rio Grande!
Um ehrlich zu sein: Es ist tatsächlich so, wie es im gleichnamigen Lied der Zillertaler Schürzenjäger besungen wird „Der Fluß ist nicht breit und nicht tief, nur ein schmutziges braunes Band“ (zumindest zur aktuellen Jahreszeit). Das merkt man sehr schnell, spätestens aber wenn man zum ersten mal mit dem Kanu aufsetzt und im Schlamm stecken bleibt. Wir hatten aber Glück und haben alle Flach- und Stromschnellen mit Bravour gemeistert. Die Tour ging auf dem Grenzfluss – jaaa, schön auf der US-Seite bleiben, wir haben keinen Reisepass dabei – ca. 2 Stunden durch einen Canyon flussabwärts. Natürlich wurde zwischendrin auch ein kurzer Stopp auf der mexikanischen Seite eingelegt, und so kamen wir in den Genuss für 5 Minuten illegal in Mexico zu sein. Unwesentlich nass und mit etwas Muskelkater in den Armen kletterten wir schließlich wieder auf das schlammige Ufer, wo uns eine nette kleine Tarantel begrüßte, aber Dank der im Oktober sehr angemessenen, kuscheligen 36°C waren die Klamotten schnell wieder trocken. Ein tolles Erlebnis mit 100% Wiederholungsbedarf!
Nachtfotographie für Anfänger
Den Nachmittag verbrachten wir nochmal in der Ghost Town und bei mexikanischem Essen im Chilli Peppers, bevor wir auf den Sonnenuntergang warteten, um nochmals die Nachttauglichkeit unserer Kamera auszuprobieren. Wie schon vorab erwähnt kann man hier in der Dark Sky Region einen phantastischen Sternhimmel mit der Milchstraße sehen. Mit Celina´s Infos aus dem Photography Kurs und ein paar Übungen bezüglich des Einstellens der Kamera versuchten wir dann unser Glück, in tiefster Dunkelheit etwas auf die Linse zu bannen. Zunächst schienen diese Versuche wieder gescheitert zu sein, denn auf der Kamera sah man… Nichts!… Absolut nichts! Frustriert fuhren wir nach einer Weile zurück zu unserer Lodge, um die Fotos auf dem extra mitgenommenen Laptop zu prüfen. Dieser war dann allerdings der Meinung, dank eines Updates nicht funktionieren zu wollen, und so blieben wir vorerst ohne Ergebnis. Erst das Einladen in den heimischen PC und ein kleines bisschen Nacharbeit zeige im Endeffekt doch ein paar recht ansehnliche Fotos, auch wenn diese in keiner Weise diesen MEGA Nachthimmel wiedergeben.
Hoch zu Ross durch die Wüste
Weil wir ja noch am Üben sind, um richtige Cowgirls zu werden, war ein Horse Riding Trip am Sonntagmorgen durch die Wüste eine gute Gelegenheit unsere Reitkünste mal wieder unter Beweis zu stellen. Mit Whiskey und Azura hatten wir auch ein paar sehr nette Begleiter, die uns zu einer verlassenen Quecksilber-Miene, durch einen kleineren Canyon und eine karge und staubige, aber auch anspruchsvolle Landschaft schüttelten. Die Guides hatten einige spannende Geschichten über diese ehemalige Quecksilber-Hochburg zu erzählen, und so bekamen wir Mädels mal wieder eine gute Portion Wild West Feeling. Matthias vertrieb sich derweil die Zeit damit, neidisch die mit ein paar mehr Pferdestärken ausgestatteten zweirädrigen Riding-Optionen auf dem Highway zu beobachten…
Nach wieder 7,5 Stunden Heimfahrt haben wir keine Minute bereut und sind uns sicher: Das wird spätestens im kommemden Jahr wiederholt!!!












