Wieviel überflüssigen Plunder man im Laufe der Zeit ansammelt, wird einem immer erst dann bewusst, wenn man die Sachen auch tatsächlich als überflüssigen Plunder wahrnimmt und nicht mehr als eventuell irgendwann mal noch notwendig klassifiziert. Und so ergab sich abermals die Notwendigkeit die restlichen noch in Deutschland bei Oma Bine eingelagerten Sachen zu bewerten und nun abschließend zu entscheiden was noch her nach Texas kommt, was beim Bruder von Matthias eingelagert wird und was in die Tonne kann. So extrem viel konnte es ja nicht mehr sein nachdem Andrea im letzten Jahr schon einmal aussortiert hatte.
Ursprünglich war geplant, dass Matthias und Andrea gemeinsam nach Deutschland fliegen und sich dieser herausfordernden Aufgabe stellen, aber die Flugpreise waren so hoch, dass wir uns für die Halbierung der Kosten entschieden haben. Also „durfte“ Andrea alleine den Weg über den Atlantik in die alte Heimat antreten.
Auch wenn der Aufenthalt nur von kurzer Dauer sein würde (gerade mal effektiv 4 Tage), es sollte reichen um sich von den Altlasten zu trennen. Während der Landung in Frankfurt am Mittwochmorgen schien sich Deutschland schamvoll verstecken zu wollen, denn der Flughafen war in dicke Nebelschwaden gehüllt.
Die erste wichtige Aufgabe von Andrea bestand darin, nach dem Durchschreiten der Zollabfertigung den Gang zum Bretzel Stand unseres Vertrauens zu vollziehen um an Celina und Matthias gemeine Fotos vom umfassenden Angebot zu übermitteln. Vielen Dank dafür! Der Hinweis, dass es nicht nur beim Fotografieren geblieben ist, erübrigt sich wahrscheinlich…
Nun ging es weiter mit dem „pünktlichsten“ Verkehrsmittel in Deutschland, der Bahn, in die sagenumwobene Weltstadt am Rande des Harzes, nach Sangerhausen.
So, da waren sie also nun … die zurückgelassenen Koffer und Kisten, die auf Oma Bines Dachboden, im Keller und der Garage verstaubten. Wir hatten bereits im Vorfeld überlegt was noch vorhanden sein könnte und was damit passieren sollte. So ging die Selektion relativ zügig voran und wir brauchten nicht wegen jedem Ding Rücksprache halten. Aber trotzdem gestaltete sich die Entscheidung zur Entsorgung bei manchen Sachen als emotional schwierig.
So vergingen der restliche Mittwoch und der folgende Donnerstag wie im Flug und der Freitag nahte. Die Rauchfüße (Bruder von Matthias inklusive Familie) kamen zu Besuch und nachdem es Kaffee und Kuchen gab wurden die nicht zu entsorgenden Sachen zur weiteren Einlagerung oder Verwendung in den Transporter verbracht. Alles was nun noch in Sangerhausen stand sollte bei Andreas Heimreise mitkommen oder entsorgt werden. Mission erfüllt!
Am Samstag besuchten Oma Bine und Andrea dann die Rauchfüße in ihrem Haus in der Nähe vom Geiseltalsee. Es blieb noch etwas Zeit zum Quatschen bevor es dann am Sonntagvormittag mit Zwischenstopp in Nordhausen wieder Richtung Frankfurter Flughafen ging. Natürlich gab es freundlicher Weise eine unangekündigte Schließung der direkten Haltestellen am Flughafen, die ein zusätzliches Umsteigen zum Shuttlebus notwendig machte. Ein bisschen Spaß im Regen musste ja auch noch sein.
Außerdem ging noch ein Postpaket mit Dokumenten per DHL auf die Reise nach Texas.
Jetzt wurden die Koffer aufgegeben und dann ging es rasch ins Hotel, um noch einen „German-Salami-Burger“ zu verspeisen. Am Montag früh war Andrea dann pünktlich am Flughafen und war etwas verwundert, warum sie der einzige Fluggast am Gate war. Bis sie kurz vor Beginn der Bordingzeit feststellte, dass sie in der falschen Etage und somit auch am falschen Gate war. So hieß es nun einmal quer durch den Flughafen rennen, und schließlich erreichte sie als vorletzter Passagier das richtige Gate. Auf geht es nach Hause! Das Wetter in Austin hat sich während der gesamten Woche auf deutsches Schmuddelwetter eingestellt, damit Andrea sich bei der Landung des Fliegers am Montagnachmittag nicht umgewöhnen musste.
Nachtrag:
Anfang November wurde die Garage von Sabine (und den Nachbarn auch) aufgebrochen. Darin befanden sich noch einige Sachen von uns, die entsorgt werden sollten. Aber anstatt wie es sich für vernünftige Diebe gehört haben sie von diesem Zeug nichts mitgenommen, Da hätte sich Sabine wenigstens den Weg zum Entsorger gespart. Die Einbrecher von heute taugen auch nichts mehr …
Das Paket kam übrigens pünktlich, vollständig und unversehrt 10 Arbeitstage nach dem Versand bei uns an.








