Oh ja … wir lieben ihn. Ein Leben ohne ihn wäre möglich, aber sinnlos. Und er gehört zu den Dingen, denen wir in richtig guter Qualität hier bislang noch nicht begegnet sind -> Käse, der auch nach Käse schmeckt. Und wenn, dann handelt es sich wahrscheinlich um die Sorten, die wir auf Grund des Preises nicht käuflich erwerben würden, denn da würde sich ja schon fast ein Flug nach Europa preislich günstiger gestalten um sich dort den nötigen Käse-Kick zu geben.
Nun denn: Was Oma konnte und die Franzosen und die alten Bergbauern (nur irgendwie keiner hier in Amerika) … das sollten wir doch auch können. Und so kam es, dass wir uns an „Käserei“ versuchten.
Versuch 1 – Harzer Käse Ersatz
Andrea war im Herbst 2022 aus Germany zurück und freute sich, mal wieder Harzer Käse und „richtigen Käse“ gegessen zu haben. Zu etwa gleicher Zeit kam unsere erste Wild-Bestellung an und – weil wir es ja „richtig“ zubereiten wollten – brauchten wir etwas zum Einlegen und marinieren. Nun ist das ja hier alles etwas anders als in Deutschland und somit Buttermilch ein eher rarer Artikel im Kühlregal. Also brauchten wir etwas Ähnliches. Und irgendwie kamen wir beim Recherchieren auf eine Seite mit Hauskäse-Herstellung. Nun klang das ja alles gar nicht so schwer und, kreativ wie wir sind, kauften wir einen Topf Cottage Cheese (in Germany: „Hüttenkäse“) und starteten den Versuch Käse und Wild-Marinade zu machen. Also wurde die Flüssigkeit ausgepresst und darin das Wildfleisch eingelegt, die verbliebene klumpige, quarkähnliche Masse getrocknet, später mit etwas Baking-Soda, Salz und Kümmel versetzt und dann… gewartet. Zu unserem Erstaunen verwandelte sich die weiße Pampe wirklich recht schnell in eine leicht glasige, Harzer-Käse ähnliche Masse. Ok, jetzt ein paar Tage trocknen und regelmäßig mit Salzlauge abreiben und… taddaaaaa, unser erster eigener Käse war „geboren“.
Nun ja, wirklich „ran“ kam der erste Versuch nicht ganz, aber geschmacklich war es auch nicht sooo weit weg. Und für „mal zwischendurch“ eine willkommene Abwechslung.
Wir üben diesen Prozess mittlerweile schon einige Male und lernen immer etwas Neues dazu. Die Käsemasse darf nicht zu feucht sein und sollte nicht zu lange im warmen liegen zum Trocknen, sonst gib’s platt gelaufene Fladen… nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Baking Soda… es „reift nicht nach“ und wird „stinkig“ wie richtiger Harzer Käse… Jedenfalls ein spannender Anfang.
Versuch 2 – Von Milch zu ???
Nun wollten wir aber auch mal etwas anderes versuchen. Ob wir auch „richtigen Käse“ machen können? So mit Geschmack und hausgemacht? Mehr als schief gehen oder wie amerikanischer Käse nach nichts schmecken kann es ja nicht. Also: eine Gallone Frischmilch, Lab-Tabletten und Naturjoghurt „organisiert“ und los ging’s!
Erstmal die Milch auf 44°C erhitzen. Hmmm, das war Herausforderung Nr. 1 denn, woher wissen wir, wann 44°C erreicht sind? Unser Fleisch-Thermometer geht erst ab 49°C los. Nun denn, dann eben bis kurz davor. Dann Joghurt und das aufgelöste Lab einrühren und eine Stunde abkühlen lassen (und inzwischen Celina vom Tanz-Training abholen). Zu unserem Erstaunen „gelierte“ die Pampe wirklich und konnte mit dem Schneebesen zerkleinert werden, um dann wieder eine Weile zu ruhen. Dann die Pampe in Abtropf-Formen geben und trocknen lassen. Bei einem „Mutschli“ waren wir gleich übermütig und kippten Kräuter, Knoblauch und Salz dazu, um zu sehen was passiert. Das war dann quasi schon der „Frischkäse-Status“ (oder american: Cream Cheese), der dann erstmal über Nacht und den nächsten Tag über trocknen und ruhen musste.
Am nächsten Nachmittag konnten wir dann den „Mozzarella-Status“ unseres Experiments bestaunen. Nun, das machte ja grundsätzlich erstmal einen guten Eindruck.
Nun hieß es warten, warten, warten. Die Käserohlinge ruhten derweil in unserem Reisekühlschrank (wobei Kühlschrank vielleicht ein etwas übertriebenes Wort ist, weil er nicht kälter als 12 °C wird) und wurden täglich mit Salzwasser abgerieben. Und ja, mit der Zeit wurden die Käslinge fühlbar fester in ihrer Konsistenz.
Ab und an guckten wir nun, was mit unseren Käslingen passierte, und es sah lange, lange, laaaange nach „irgendwie nichts“ aus. Sie blieben weißlich und rund und so zogen sie nach einiger Zeit in den richtigen Kühlschrank um, wo wir sie ehrlich gesagt, sogar eine ganze Weile vergessen haben. Aber was bekanntlich lange währt wird gut.

Und hier nach 5 Monaten die Ergebnisse!
Immer noch mit Optimierungsbedarf, aber immerhin!!!
Es sieht aus wie Käse, schmeckt nach Käse, und es riecht auch (doll) nach Käse.
Also auf jeden Fall eine Erfahrung wert! Wir werden es weiter probieren…











wer wagt, gewinnt
dann wißt ihr beim nächsten mal, wie es geht und es wird immer ein bischen besser