Mit einem „Ich hätte jetzt Appetit auf ein Leberwurstbrot…“ brach mal wieder ein neues Kapitel in unserem kulinarischen Repertoire „Was es nicht gibt muss man halt selber machen“ an. Auch hatten wir in letzter Zeit mehrere nostalgische Videos über „Essen aus Oma’s Zeiten“ oder „Rezepte aus der DDR“ auf YouTube gesehen, und so fragten wir uns, ob es da nicht vielleicht Selbstmach-Optionen gibt.
Es war ein verregnetes Wochenende und wir hatten nichts Besseres zu tun, also ran an den Rechner und im Internet geforscht. Dank „Chefkoch.de“ und Co. war auch schnell ein gut klingendes Rezept gefunden, wie man Leberwurst zu Hause herstellen kann. Oha, das scheint ja einfacher zu sein als wir dachten. Bei Oma gab’s ja immer ein großes Schlachtfest, mit dicken Kesseln und Unmengen an Fleisch und Würsten, also ziemlich kompliziert. Was in unserem Fall – hier im schönen Texas – die wirkliche Schwierigkeit wurde merkten wir schnell: das richtige Fleisch und die richtigen Zutaten zu organisieren.
Da unsere gängigen Supermärkte in der Regel nur „Standard-Fleisch“ anbieten, und man z.B. nirgends Schweineleber oder Bauchfleisch oder richtigen Speck bekommt, war guter Rat teuer. Aber da ja andere Kulturen hier auch andere Essgewohnheiten haben erforschten wir mal eine mexikanischen und einen asiatischen Markt und siehe da, wir wurden fündig und überaus positiv überrascht.
Und los ging’s: Küchenmaschine und Fleischwolf-Aufsatz raus und „ran an den Speck“!
Erstmal Fleisch schneiden und aufkochen, die Leber und Zwiebeln leicht anbraten, und dann alles durch den „Wolf“ jagen. Dann eigentlich nur noch die Gewürzmischung dazu geben, ordentlich durchmengen, dann noch etwas pürieren und das war’s eigentlich auch schon. Jetzt alles in Einmachgläschen füllen und ca. 1.5 Stunden einkochen. Wow, gar nicht schlimm! Und es schmeckt auch noch super lecker.
Das machen wir gleich am nächsten Tag nochmal, nur jetzt mit etwas anderem Rezept.
Nun ja, Leberwurst können wir jetzt herstellen, dann versuchen wir es nun mit Blutwurst. Die hierfür nötigen Zutaten hatten wir aus dem Asia-Markt schon vorsorglich mitgenommen.
Auch das hat bestens funktioniert (sah nur nicht besonders appetitlich bei der Herstellung aus).
Und weil Andrea jetzt Spaß am Einkochen gefunden hat, wurden kurze Zeit später noch Pflaumenmus und Pfirsichmarmelade produziert…
So … nun stapeln sich in unserem Kühlschrank Leberwurst- und Blutwurst- und Marmeladengläser und der Platz für übrige Lebensmittel ist drastisch reduziert. Mal schauen, vielleicht besorgen wir uns noch einen Extrakühlschrank für die leckeren „Kühne Spezialitäten“ 🙂
Und falls es auch mal jemand versuchen mag – hier unsere Rezepte:
- Rindleber-Leberwurst (ergibt 3 Gläser a ca 150g)
ca 300 g Leber vom Rind
ca 600 g Schweinebauch mit 50% Fleischanteil
ca 80 g Zwiebel
ca 20 g Salz
ca 1 EL Majoran
ca 1 g gemahlenen schwarzen Pfeffer
ca 1 g gemahlene Senfkörner
evt. gemahlene Nelken (nach Geschmack)
Die Leber sauber putzen, enthäuten, Gallengänge entfernen! Dann in Streifen zu ca. 2 cm schneiden, die Zwiebel grob hacken, beides nun in einer Pfanne mit etwas Öl bräunen.
Das Bauchfleisch (wir nehmen 50/50 pork belly and bacon ends) im Ganzen oder schon in Würfeln geschnitten in Wasser bei 80 °C 8-10 Minuten weichkochen. Nebenbei die Gewürzmischung zu bereiten. Dann Fleisch, Leber und Zwiebeln durch die 3 mm Scheibe wolfen und anschliessend die Gewürzmischung gründlich untermengen. das war’s eigentlich schon.
Die Wurstmasse in Gläser füllen (bis ca 2 cm unter den Rand, um Platzen zu vermeiden), diese bei 80-85 °C ins Wasser geben, alles zum Kochen bringen und einkochen. Die Einkochzeit wird gerechnet, ab wenn das Wasser kocht. (200 g Gläser ca 90 Minuten, 400 g Gläser ca 120 Minuten)







Hallo,
ihr seid ja richtig kreativ, aber Not macht erfinderisch und wenn’s auch noch klappt, ist es doppelt gut.
Hauptsache, es schmeckt, da lasst ihr ja den Kolleginnen und Kollegen den Vorkoster spielen.
Wünsche weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen und ganz viel Glück beim weiteren Ausprobieren.
Lasst es euch schmecken.
Ganz liebe Grüße von Oma Biene