Wir wollten Weihnachten und Silvester2025/26 mal nicht in unserem häuslichen Umfeld verbringen (so wie früher in Deutschland auch). Wir haben daher einen detailierten Plan, wo wir die Zeit während und zwischen den Feiertagen verbringen werden. Der Plan lautet: Im Osten sind noch Bundesstaaten, die von uns erobert werden müssen! Also starten wir am ersten Weihnachtsfeiertag unseren Ausflug in diese Himmelsrichtung.
Tag 1 (25.12.2025) – Fahr’n Fahr’n Fahr’n…
Es ist „Christmas Day“ und somit einer der wenigen Tage im Jahr wo … ja, wo mal wirklich Ruhe herrscht: alle Geschäfte und Firmen haben geschlossen, nix Shopping, nix Arbeit, nicht mal McDonalds hat offen, aber dafür sind auch die Interstates fast leer und so nutzen wir den Tag um erstmal „Strecke zu machen“. Wir haben zwar wie immer nicht wirklich ein Ziel, aber grober Plan ist „Atlantik Küste“ und somit liegen ca 1200 Miles vor uns und da ist Zeit ein dicker Faktor.
Wir entscheiden uns für die „nördliche Route“ um vor der vorhergesagten Kaltfront die Blue Ridge Mountains zu erreichen. Also geht die Fahrt – mit ein paar traditionellen Buc ee’s Stopps – ca. 5h durch Texas und weitere ca 3h durch Louisiana bis nach Vicksburg in Mississippi, wo wir unser erstes Nachtlager beziehen und total romantisch mit mitgebrachtem „Camping Buffet“ (selbstgemachter Kartoffelsalat mit Würstchen auf wunderschönen Papptellern) und „Top Gun“ im Fernsehen den Weihnachtsabend ausklingen lassen.
Tag 2 (26.12.2025) – Vicksburg National Military Park & USS Cairo
Weil wir ja ziemlich geschichtsinteressiert sind (außer unser Töchterlein) starten wir den Tag mit einer Rundfahrt über das Schlachtfeld von Vicksburg im National Military Park. Das Vicksburg auch als „The Key“ (Der Schlüssel) bezeichnet wird beruht auf der Überzeugung von Präsident Abraham Lincoln, dass die Eroberung von Vicksburg in Mississippi, entscheidend für den Sieg im Bürgerkrieg war, da die Stadt die Kontrolle über den Mississippi River innehatte und es der Union ermöglichte, die Konföderation in zwei Teile zu spalten und wichtige Versorgungslinien zu unterbrechen. Die Kapitulation der Stadt vor General Ulysses S. Grant am 4. Juli 1863 nach einer langen Belagerung sicherte der Union die Kontrolle über den gesamten Fluss und stellte einen entscheidenden Wendepunkt im Krieg dar.
Ein spezielles Highlight ist die USS Cairo, eines der ersten 6 gepanzerten Kanonenboote von 1862. Das gesunkene „Metall-Monster“ wurde aus dem Mississippi River geborgen und soweit möglich wieder hergerichtet.
Weiter ging es dann noch (ca 6 Stunden) quer durch Mississippi und Alabama bis nach Georgia. Hier suchten wir uns ein nettes Motel wo wir unsere „Buffet-Rester“ bei „Maverick“ (Top Gun, Teil 2) hochgradig weihnachtlich genossen.
(es sei bemerkt: wir hatten auch Lebkuchen und Stolle und Glühwein dabei…)
Tag 3 (27.12.2025) – Atlanta, GA
Nach 2 Tagen fast nur Fahren „gönnen“ wir uns nun mal etwas „City“ im schönen (nun ja) Atlanta. Und weil alle Welt so begeistert von einem gewissen Süß-Getränk ist, starten wir mit
„The World of Coca-Cola“.
Jup, es gibt ein Museum für die beliebte Blubberbrühe und zu deren Geschichte. Leider hatten wir nicht erwartet, dass offensichtlich die halbe Welt genau heute hierher kommen wollte und so reihten wir uns brav in die Schlange am Eingang ein und schieben und schubsen uns durch die Ausstellungsräume, ohne eigentlich viel mitzubekommen. Aber egal: da kommt der Coca-Cola Eisbär zu seinem Fotoshooting!!! Yes! Wir wollen aber zu dem sportlichen Eintrittspreis nicht nochmal 35$ für ein Foto ausgeben, aber ein fixer Knips muss sein 🙂
In der Verkostungshalle kann man die globalen Geschmacksrichtungen (über 100 Getränke der Coca-Cola-Familie, von süß über scharf bis herzhaft oder manches auch eher wie Medizin) ausprobieren. Wir drängeln uns an zwei „Zapfsäulen“ und testen ein paar Schlückchen, aber halten das eher kurz und wollen wieder an die frische Luft.
Da es in Atlanta ein Hard-Rock-Cafe gibt, pilgern wir nun dort hin um Celina ein paar neue Pins für Ihre Collection zu erstehen und nutzen dies gleich für ein leckeres Mittagessen. Dann geht es über den Olympic Park zum nächsten Highlight, was zwar auch etwas überfüllt, aber definitiv einen Besuch wert ist:
Das Georgia Aquarium
Es war bis 2012 das größte Aquarium der Welt und ist immer noch das größte in den USA. In riesigen Aquarien leben hier z.B. Delphine, Belugawale, diverse Haie, und alles möglich andere Wassergetier. Herzstück ist das 24.000 m³ fassende Becken mit einem Walhai, Tigerhai und Mantarochen. Wow… was für graziöse gigantische Tiere. Unsere Foto-Liese hat sichtlich Spaß und so ist es schließlich schon Abend und wir alle fußlahm als wir das Aquarium verlassen. Wir beschließen noch fix ein Happen zu essen und dann ein Hotel zu suchen.
Tag 4 (28.12.2025) – North Carolina
Genug „Stadt“, jetzt brauchen wir etwas Natur. Jeder kennt ja das schöne Lied „take me home, country road… “ in dem auch die „Blue Ridge Mountains“ besungen werden. Das war unsere Inspiration und so geht es nördlich in den schönen Bundestaat North Carolina, „in die Berge“.
Great Smoky Mountains
Die Smoky Mountains sind Teil der Blue Ridge Mountains, die wiederum Teil der Appalachen sind. Die „Smookies“ machen aber heute ihrem Namen alle Ehre und empfangen uns mit Dunst und Nieselwetter. Das hält uns aber nicht davon ab eine kurze Wanderung zu einem Wasserfall zu unternehmen. Da sich das Wetter aber immer mehr zu zieht und „Landschaft genießen“ bei Nebel nicht so toll ist halten wir den Tag kurz in der Hoffnung; dass der angekündigte Blizzard (mit Kälte und Schnee) uns nicht erreicht.
Tag 5 (29.12.2025) – Charlotte, NC und Virginia,
Wo wir schon mal hier oben sind, machen wir spontan einen Abstecher nach Charlotte (NC), sehr zur Freude unsere Verwandtschaft aus Mecklenburg, denn Charlotte liegt im „Mecklenburg County“ und ist nach der Königin benannt, die in Mirow (Meck-Pom) geboren ist.
„Discovery Place Science“
Den Vormittag verspielen wir im interaktiven Wissenschaftsmuseum mit diversen Ausstellungen zum Mitmachen und experimentieren (und ja, Lina bastelt ein Skelett ).
Am Nachmittag ist dann wieder Sonne und wir versuchen unser Glück dann nochmal mit Landschaft.
Blue Ridge Parkway (VA)
Um die „Blauen Berge“ zu sehen zieht es uns nun noch fix nach Virginia. Der Blue Ridge Mountains Parkway ist eine beliebte Panoramastraße, von der wir noch ein paar wenige Meilen auf unseren Weg legen. Wir machen ein paar nette Stopps wie z.B. eine alte Mühle und ein kleines Dorf mit Krämerläden, aber da es straff auf den Gefrierpunkt zu geht wollen wir jetzt doch lieber wieder in den Süden.
Tag 6 (30.12.2025) – Myrtle Beach (SC, Atlantik)
Nach einer Übernachtung in Winston-Salem (nicht das Salem mit den Hexenprozessen…, dass kommt mal irgendwann später, aber dem ausgewählten Übernachtungsort der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die diesjährige WM) tuckern wir fröhlich nach South Carolina, um hier im bekannten Party-Ort Myrtle Beach … naaa??? Jup, um die nächsten Hard-Rock Café Pins zu erwerben. Aber primär um unsere Füße in den Atlantischen Ozean zu halten. Ja, wir haben nach über 1.000 Miles die Atlantik-Küste erreicht. Das mit den Füßen im Wasser lassen wir allerdings, da es trotz heiterstem Sonnenschein gerade mal 3 Grad Celsius sind. Aber zu Meer gehört auch Fisch, also kurzerhand auf zum nächsten Walmart, Brötchen und Lachs holen, und dann gibts klassisch „Fischbrötchen am Beach“ (und somit ward eine neue Reise-Tradition geboren.)
Tag 7 (31.12.2025) – Charleston, SC
Wir sind inzwischen am Primär-Ziel angekommen: Charlesten, South Carolina. (ja, irgendwie hatten wir doch ein „Ziel“) Hier freuen wir uns auf die schon 1670 gegründete Stadt mit viel Historie.
USS Yorktown
Am Patriots Point im Vorort Mount Pleasant gibt es hier auch wieder so ein „nettes kleines Boot“ und weil Andrea ja diese kleinen Spielzeuge so mag heißt es heute erstmal „Flugzeugträger gucken“.
Das Schiff wurde während des Zweiten Weltkriegs gebaut, später im Koreakrieg eingesetzt, diente im Pazifik und im Vietnamkrieg sowie als Bergungsschiff für die Apollo-8-Mission von 1968 und wurde 1975 zum sehr realistisch gestalteten Museumsschiff. Nebenan liegt noch das Battleship La Fayette und es gibt noch einen kleinen gut gemachten Bereich an Land als „Vietnam Experience“.
Ein weiteres wichtiges Historic Landmark auf unserer Tour ist Fort Sumter, dass sich in der Einfahrt vom Atlantischen Ozean in die Bucht von Charleston befindet. Es erlangte besondere historische Bedeutung, da es als Schauplatz der ersten militärischen Auseinandersetzung des Amerikanischen Bürgerkrieges, die am 12. April 1861 um 4:30 Uhr begann, gilt.
Am Nachmittag bummelten wir dann durch die schöne Altstadt von Charleston mit Viktorianischen Villen, Britisch und teilweise sehr europäisch anmutenden Straßenzügen, „richtigen“ Kirchen, und – was viele so toll finden – Kopfsteinpflaster-Straßen! Jap, das ist hier ein Highlight! Charleston ist eine wirklich schöne Stadt und wird definitiv nochmal auf der „Need to visit“ Liste stehen.
Aber weil die Zeit langsam knapp wird fahren wir noch nach Savannah bevor wir uns dem Silvester-Abend widmen.
Zur Feier des Tages (oder besser Abends) haben wir hier eine Suite gebucht und verbringen den Abend dort bei Grill-Hänchen-Buffet, Monopoly, und Silvester-Show im Fernsehen. Aber immerhin haben wir ja schon das Europa-Silvester hinter uns und jetzt stoßen wir um 00:00 Uhr Costa Rica Zeit an, dann eine Stunde später Savannah Zeit, noch eine Stunde später Austin Zeit… aber Las Vegas schaffen wir dann nicht mehr.
(Hier wird nicht so viel geböllert wie in Europa und so ist es außerhalb des Hotels ziemlich ruhig)
Tag 8 (01.01.2026) – Happy New Year
Wir beginnen das neue Jahr mit einem „gesunden Frühstück“ aus Kaffee und Breakfast Burger und begeben uns auf einen Stadtrundgang, zunächst durch Savannahs Historic District. Als die älteste Stadt im Bundesstaat Georgia (gegründet 1733) war es während der Amerikanischen Revolution und im Bürgerkrieg eine strategische Hafenstadt und ist heute ein Industriezentrum und ein wichtiger Atlantikhafen. Da die Stadt quasi auf dem Reißbrett geplant wurde, ist sie durchzogen mit Allee-Straßen und vielen kleinen Parkanlagen. Es gibt Kopfsteinpflasterstraßen und jede Menge bemerkenswerte historische Gebäude. Das Viktorianische Viertel hat überwiegend spätviktorianische Wohnhäuser und Gebäude aus ähnlichen Architekturstilen. Wir wollten zu dem Platz wo die berühmte Pralinen-Szene aus Forrest Gump gedreht wurde, aber die Bank gibt es in Wirklichkeit nur im Museum. Und dann gibt es noch den Plant Riverside District, einen recht europäisch anmutenden Entertainment Bereich entlang der Flussuferpromenade mit modern umgenutzten Fabrikanlagen als Luxus-Hotels, mit Geschäften und Boutiquen zum Sehen und Gesehen werden… und das alles in diesem schönen südlichen Flair.
Aber unsere Reisezeit lässt leider keinen längeren Aufenthalt zu und so werden wir diese tolle Stadt nochmal auf einen anderen Trip legen.
Am Abend queren wir schließlich die State Line zu Florida und quartieren uns in Jacksonville für die Nacht ein.
Tag 9 (02.01.2026) – Tallahassee (FL)
Wir haben noch 2-3 Tage für den Rückweg und so nehmen wir uns Zeit für das Tallahassee Museum, was eigentlich nicht wirklich ein Museum ist… es ist eher ein Mix aus Tierpark, Kletterwald, Historischer Farm und der „Bellevue Plantation“ aus dem 19ten Jahrhundert mit Wohnhaus, Kirche und Schule. Celina ist happy über diese Foto-Gelegenheit denn hier gibt es Rotwölfe, Bären, Pumas, Bobcats, Adler und andere Greifvögel die sie fleißig ablichten kann.
Und Schwups war es Nachmittag und wir begeben uns wieder auf die Interstate gen Westen bis nach „Sweet Home Alabama“.
Tag 10 (03.01.2026) – Swamp Land
Zwangsläufig müssen wir noch durch Mississippi bis nach Louisiana, wo wir kurzerhand noch einen Abstecher zum Lake Martin machen. Hier hatten wir ja im August schon eine Swamp-Tour gemacht und nun wollten wir mal sehen wie so ein Sumpf und Bayou im Winter aussieht. Und wir wurden überrascht: im Sommer hatten wir nur zwei Alligatoren gesehen, jetzt aber hockte gefühlt auf jedem Ast ein mehr oder weniger großes Exemplar. Und auch die in August frisch geschküpften Babys waren da und inzwischen ca. 25cm groß. (… und wir werden ihr Wachstum weiter verfolgen..)
Tag 11 (04.01.2026) – Back Home
Unsere Urlaubszeit geht zu Ende und wir sind wieder zu Hause in Texas. Am frühen Nachmittag trudeln wir wieder in Austin ein und entspannen noch ein paar Stunden bevor am Montag der Alltag wieder los geht. Celina hat ja noch eine Woche Ferien, aber alles hat eben mal ein Ende (und unser Kreditkarten-Limit natürlich auch)
11 Tage Roadtrip liegen hinter uns, ca. 3.300 Miles ( 5.300km), insgesamt 10 durchquerte Bundesstaaten (davon 4 neu erkundete), wir hatten Kultur, Geschichte, Tiere, Städte, Berge, Meer, Sumpf, Sonne und angenehme Wärme wie auch Nebel und eisige Kälte, und jede Menge neuer Eindrücke und Erinnerungen (… und natürlich viele neue Pins und Kühlschrank-Magneten).
Aber genau so soll es ja auch sein! Und jetzt heißt es warten… auf die nächsten Abenteuer
… und hier nochmal zur Zusammenfassung als Kurz-Video …

















































































