Es ist Mitte August und die letzten Sommerferien unserer Studentin nähern sich dem Ende. Ja, nächstes Jahr wird sie ihren Bachelor machen und dann ist die Zeit der langen Sommerferien endgültig vorbei und das Arbeitsleben mit nur wenigen Tagen Urlaub im Jahr wird beginnen. Und genau deshalb geht es ein letztes Mal auf Sommerferien-Abschluss-Tour (wenn auch nur ein paar Tage).
Plano, TX
Los geht es am Dienstagabend. Matthias hat Andrea Frühs zur Arbeit gefahren und holt sie jetzt gemeinsam mit Celina ab, damit die Reise gen Norden (mit dem obligatorischen Halt bei BUC-EE’S) ohne Verzug beginnen kann. Celina hatte für den ersten Stopp ein Museum in Plano bei Dallas auserkoren, was aber, wie sie noch während unserer Ankunft im Hotel herausfand, am nächsten Tag zu hatte. Nun ja, das hätte man auch vorher mal prüfen können. Okay, dann nächtigen wir eben hier nur und starten am nächsten Tag und haben den Verkehrsknödel in Dalles bereits hinter uns. Das hat auch Vorteile.
Durch Oklahoma bis nach Missouri
Den nächsten Tag verbringen wir überwiegend im Auto, da das geplante Reiseziel noch viele Meilen entfernt liegt. Ein weiterer Zwischenstopp in der Lieblingstankstelle und der Besuch eines Ladens der ausschließlich von Amish hergestellte Produkte vertreibt, dürfen aber nicht fehlen. Dadurch kommen wir eher zufällig in den Besitz von German Schokoladenkuchen und mit Geschmack ausgestattetem Käse.
Fantastic Caverns
Am späteren Nachmittag erreichen wir Missouri und beschließen nach der langen Fahrt noch etwas zu unternehmen, idealerweise etwas, wo man nicht viel rumlaufen muss. Also am besten eine Höhlen-Tour … logisch! Und so halten wir bei den Fantastic Caverns, wo man in einem Jeep mit Anhänger (besonders geeignet für lauffaule Leute) durch die Höhle gefahren wird und etwas über die Geschichte erzählt bekommt. Und am Ende der Tour zeigt sich zum Abschied noch eine kleine Fledermaus, was Celina besonders freut.
Republic, Missouri
Nun wird es langsam Zeit die Unterkunft für die Übernachtung anzusteuern, denn allmählich haben wir Drei keine Lust mehr auf Autofahren und morgen wollen wir mal etwas mehr unternehmen … und ja es liegt noch ein Stück Weg vor uns bis wir das angepeilte Reiseziel erreichen.
Wilson’s Creek Battlefield
Ganz in der Nähe von Republic fand die Schlacht von Wilson’s Creek statt. Die Schlacht, die am 10. August 1861 ausgetragen wurde, war das erste große Aufeinandertreffen der Konföderierten und der Unionsarmee westlich des Mississippi im Amerikanischen Bürgerkrieg. In der Schlacht besiegte die konföderierte Armee die kleinere Unionsarmee. Das Ray House, das noch auf dem Schlachtfeld erhalten ist, wurde nach der Schlacht als Feldkrankenhaus genutzt und kann heute besichtigt werden. Ein freundlicher Opi ist vor Ort, als wir das Haus besichtigten und erzählte uns lebhaft die Geschichte der Schlacht und insbesondere des Gebäudes.
Springfield – Birthplace of the Route 66
Und weiter ging unsere Reise nach Springfield, der sogenannten Geburtsstätte der Route 66. Da bei unserem Kindlein aber irgendwie keine so rechte Begeisterung aufkommen wollte, beließen wir es bei einem kurzen Bummel durch das beschauliche Zentrum um anschließend weiter in Richtung St. Louis zu fahren. Unterwegs beglückten wir noch einen ALDI mit unserer Anwesenheit, aber die Ausbeute dort war eher mager. Viele deutsche Sachen gibt es scheinbar nicht mehr.
Lone Elk Park
Kurz vor unserem Ziel besuchten wir noch kurz einem kostenlosen Park, in dem Bisons, Truthähne, Elche und Hirschen leben. Kurz war dieser Erstbesuch deshalb, weil unser Benzin langsam zu Neige ging und wir nicht wussten wie weit es bis zur nächsten Tankstelle ist. Irgendwie waren sowieso fast keine Tiere zu sehen. Also fuhren wir nur kurz durch das Gelände und begaben uns dann erstmal zur Kraftfahrzeug-Fütterung. Nachdem unser Jeep gesättigt war, fuhren wir nochmals zu diesem Park und siehe da … die eintretende Dämmerung lockte die Bewohner aus ihren Verstecken hervor.
St. Louis
Nun wurde es aber wirklich langsam Zeit unseren Zielort und somit unser Hotel anzusteuern. Nach dem einchecken begaben wir uns auf unser Zimmer und konnten den Gateway Arch in der Ferne sehen. Wir machten noch eine kleine Spritztour auf die andere Seite des Mississippi River, fühlten uns dort aber irgendwie unsicher und fuhren dann doch lieber wieder zurück ins Hotel. Aber was macht man nun mit dem restlichen Abend? Beim Blick aus unserem Hotelzimmer sahen wir noch etwas Spannendes. In etwa 300 Meter Luftlinie Entfernung lag der alte Bahnhof, der bunt beleuchtet war und von einem Riesenrad überragt wurde. Eine kurze Internetrecherche bestätigte unsere Vermutung. Es handelte sich dabei um die St. Louis Union Station, ein ehemaliger großer Bahnhof dem ein zweites Leben als Festivalmarktplatz ermöglicht wurde. Und da der Abend noch jung war, beschlossen wir diesem Ort noch einen Besuch abzustatten. Wirklich sehr cool da.
Gateway Arch
Der Gateway Arch ist ein 192 Meter hohes Monument in St. Louis. Er ist mit Edelstahl verkleidet und in Form eines gewichteten Kettenbogens konstruiert. Erbaut wurde er als Denkmal für die Westerweiterung der Vereinigten Staaten und wird allgemein als „The Gateway to the West“ bezeichnet, Mit dem etwas speziellen Fahrstuhl ging es hoch hinauf, wo man ca. 10 Minuten Zeit hatte sich die Stadt und die Gegend von oben zu bestaunen.
St. Louis Zoo
Eine weitere „kostenlose“ Attraktion in St. Louis ist der wirklich sehr hübsche Zoo Park. Na gut, der Eintritt ist kostenlos, dafür bezahlt man aber 20 Dollar Parkplatzgebühr. Hierher begaben wir uns am frühen Nachmittag um Eisbären, Teddybären, Elefanten und Co. zu bestaunen und anschließend gemächlich die Rückreise anzutreten.
Washington State Park, Arkansas
Am nächsten Tag stand neben einer längeren Autofahrt noch etwas Geschichte auf dem Programm. Der Historic Washington State Park (ehemals Old Washington) ist ein Museumsdorf und enthält eine große Sammlung von Gebäuden und Gegenständen aus dem 19. Jahrhundert aus der Stadt Washington, Arkansas, einer ehemaligen Pioniersiedlung am Southwest Trail. Er umfasst u.a. eine Schmiede, in der James Black das berühmte Bowie-Messer hergestellt haben soll. Washingtons Rolle als Konföderierte Hauptstadt von Arkansas von 1863 bis 1865 wird hier ebenfalls dargestellt.
Und dann geht es auch schon weiter Richtung Texas, denn ein paar Meilen sind es noch bis nach Hause und für den nächsten Tag haben wir noch zwei Kleinigkeiten geplant. Also, ab ins Hotel.
Italien-Fläir in „Adriatica City“
Am folgenden Morgen führt uns unsere Italiensehnsucht zunächst in ein ganz besonderes Wohnviertel in der Nähe von Dallas. Diese, im mediterranen Stil erbaute, Wohnanlage in McKinney, TX beeindruckt mit seinen Straßen aus Kopfsteinpflaster, einem markanten Glockenturm, der ikonischen Bella-Donna-Kapelle und einem malerischen See. Da fühlt man sich doch gleich richtig wohl…
North American Cryptid Museum
Und da es ja schon straff auf Halloween zugeht und unser erster Versuch das „Gruselmuseum“ in Plano zu besuchen misslungen war, beschlossen wir es am heutigen Tag nochmals zu versuchen. Und ja, diesmal haben wir vorher die Öffnungszeiten geprüft und konnten erfolgreich den Besuch nachholen. Wobei „Gruselmuseum“ hier eigentlich der falsche Begriff ist. Man begegnet hier mehr oder weniger lebensechten, großformatigen Nachbildungen von Kreaturen wie Bigfoot, Mothman und Sumpfbestien – jede Figur genau so dargestellt, wie sie von Augenzeugen beschrieben wurden. Abschreckende Details und Geschichten aus echten Begegnungen schaffen hier eine einzigartige Reise durch Amerikas seltsamste Mythen und Geheimnisse.
So und dann ding es auch schon wieder nach Austin mit zahlreichen neuen Eindrücken und Impressionen. Ein kleiner Tripp mit unterschiedlichsten Erlebnissen und viel Zeit zum Nachdenken während der Fahrzeit. Eben eine typische Kuehne-Reise…


























































